Warum Wandern
Es gibt viele Gründe, wandern zu gehen. Manche sehen darin eine preiswerte Freizeitaktivität, die gut für den Körper ist, andere wiederum sehen im sozialen Aspekt das Entscheidende, die Möglichkeit, mit Verwandten und Bekannten wandern zu gehen oder neue Menschen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen. Das Wandern bietet eine angenehmen Möglichkeit, Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen.
Alle Wanderer sind jedoch von der unendlichen Vielfalt und Schönheit der Landschaft angezogen und von der Tatsache, dass man durch das hautnahe Naturerlebnis innere Spannungen abbauen kann.
Auf Wanderschaft gehen, hieß es früher und war natürlich in alten Zeiten noch nicht losgelöst vom Arbeitsleben wie in unserer heutigen arbeitsteiligen Welt. Von alters her ist das Pilgern bekannt und wir dürfen wohl davon ausgehen, dass im früheren Pilgern neben dem religiösen Motiv auch Entspannung und Erholung zu finden war. Und das Pilgern war früher für die Menschen wohl oft die einzige Möglichkeit, etwas von der Welt zu sehen.
Und heute? Wissenschaftler und Experten sprechen heute von einem Trend, wenn es ums Wandern geht. Wissenschaftler von der Uni Marburg haben festgestellt, dass 8 Millionen Deutsche mindestens einmal im Monat wandern gehen. Das Institut für Demoskopie in Allensbach hat herausgefunden, dass knapp 50% der Deutschen den Ausgleich zum Alltag beim Wandern in der Natur suchen. Wandern ist damit - zumindest statistisch gesehen - eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen. Unter den Neueinsteigern zieht es besonders die 35- bis 45-Jährigen hinaus ins Grüne.
Aber wir brauchen es gar nicht wissenschaftlich zu sehen. Nehmen Sie doch nur Hape Kerkelings oder Manuel Andracks Bestseller zum Thema Wandern. Worauf ist das Interesse dieser Bücher zurückzuführen? Geht es nicht in Wahrheit um Aus-Zeit für sich selbst? Und gerade das kann Wandern bieten. Zu sich selbst finden. Übrigens auch wunderbar beim Wanderausflug in der näheren Umgebung, z. B. am Wochenende. Das ist übrigens auch der Fokus von Wie-wo-wandern. Ruhige Wanderwege zum Schnell-mal-raus-fahren. Um den Kopf frei zu wandern. Um abzuschalten. Zu sich selbst finden eben.
Wandern ist kostenlos und beginnt möglicherweise vor Ihrer Haustür - Man braucht im Grunde nur ein Minimum an Wanderausrüstung - ein paar Wanderschuhe und einen Rucksack. Wanderstöcke sind kein Muss. Viele gehen sogar auf Tagesstrecken mit normalen Turnschuhen und nehmen den City-Rucksack mit - dann entfällt sogar jegliche Anschaffung. Ein Kurs zum Erlernen ist nicht notwendig - jeder Mensch weiß, wie Wandern geht.
Wandern ist gut für den Körper. Wandern ist natürliche Bewegung in natürlicher Umgebung und kann dieselben positiven Wirkungen wie alle Ausdauersportarten haben - auf Ihr Herz, Ihren Kreislauf, Ihre Lunge, Ihre Muskeln, Ihre Knochen und Gelenke und Ihr Immunsystem. Sogar der Cholesterinwert kann positiv beeinflusst werden und durch den Aufenthalt im Freien die körpereigene Vitamin D-Produktion.
Mehr als die Hälfte unserer Muskeln werden beim Gehen eingesetzt, die Bewegungen sind natürlich und es gibt daher so gut wie keine Verletzungsgefahr. Regelmässiges Wandern erhöht den Kalorienverbrauch und hilft Ihnen dabei, sich in Ihrem Körper wohl zu fühlen. In Verbindung mit einer gesunden Ernährung führt Wandern zu einem gesunden Gewicht und Körperbewusstsein. Rasches Gehen ist eine aerobe Aktivität und erhöht damit den Sauerstoffbedarfs des Körpers.
Wandern ist gut für den Geist. Wandern ist mehr als nur sportliche Betätigung oder das Bewundern einer schönen Aussicht. Wir lernen die Werte der Natur zu schätzen: Einfachheit, Stille und Einsamkeit. Wir lernen, dass wir uns auf uns selbst verlassen müssen und können und wenige auf äussere Hilfe. Das Spartanische am Wandern kann uns dabei helfen, die Wichtigkeit der Dinge in unserem Leben wieder zurechtzurücken.
Bereits Goethe hat eines seiner Meisterwerke als Wanderjahre bezeichnet, sicher nicht ohne Grund. Auch Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg werden heute noch gern gelesen. Wandern macht den Kopf frei. Damit hat Wandern durchaus etwas Meditatives. Man kann das Wandern auch nutzen, um einen klaren Kopf für anstehende Entscheidungen zu gewinnen. Nicht ohne Grund haben einige der erfolg- und einflussreichsten Männer der Welt ihre wichtigsten Entscheidungen beim Wandern getroffen.
Wandern ist gut für die Seele. Die Seele kann entspannen und die oftmals lästigen Alltagsgedanken verfliegen bereits nach den ersten Kilometern. Niemand treibt einen, einen bestimmten Weg in einer vorgegebenen Zeit zu schaffen. Jeder Wanderer, jede Wanderin bestimmt selbst seine oder ihre Strecke und sein oder ihr Tempo. Möchten Sie es langsamer angehen? Mal öfter eine Rastpause einlegen, die Natur und die Stille um sich herum geniessen. Gut so! Sind Sie gerade besonders gut drauf und möchten kräftig voranschreiten. Auch gut! Auch in einer Gruppe spricht nichts dagegen, wenn die Schnellen schon mal vorab-wandern und bei der nächsten Einkehrmöglichkeit schon mal für die anderen mitbestellen. Wenn Sie zum Wandern aus der Stadt rausfahren, dann ist bereits die Fahrt - vielleicht auf einer schönen Bundes- oder Landstraße - oftmals schon erholsam.
Wandern zeichnet sich vielleicht mehr als alle anderen Outdoor-Aktivitäten dadurch aus, dass es Gelegenheit bietet, Land und Leute kennenzulernen. Viele Wanderwege liegen an einem der vielen Flüsse oder Seen oder in den vielen National- und Naturparks und Biosphärenreservaten. 90% der Wanderer wollen auch einkehren und beim Einkehren erfahren Sie immer wieder etwas über den Ort, seine Geschichte und Besonderheiten. Auch ein Stück Kultur!
Und wenn es stimmt, dass Deutschland das wald-reichste Land Europas ist - noch vor den skandinavischen Ländern und Wandern und Wald zusammengehören, dann kann man davon ausgehen, dass Deutschland als Land mit seinen 190.000 Wanderwegen zum Wandern geradezu prädestiniert ist - übrigens wohl auch für unsere Freunde aus dem Ausland.




