Haßberge
Lage: Die Haßberge sind ein Mittelgebirgszug, der nördlich des Mains in Unterfranken verläuft. Er ist bis zu 512 Meter hoch und wird durch das Maintal vom Steigerwald getrennt. Der Naturpark Haßberge schließt die eigentlichen Haßberge ein, erstreckt sich etwa von Bad Königshofen bis nach Hallstadt und schließt direkt an den Naturpark Steigerwald an.
Landschaft in den Haßbergen
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Foto: Dark Avenger | Bildnachweis: Wikipedia | GNU-Lizenz für freie Dokumentation
Mit Ausnahme von Ebern, das vollständig in die Randhöhen der Haß- und Zeilberge eingefasst ist, befinden sich alle Städte der Region am Rande des Gebirgszugs. Die Haßberge selbst sind daher hauptsächlich Bauern- und Waldland mit zahlreichen Mühlen. Die Region mit dem Lauertal um Kirchlauter trägt auch den Beinamen Heilige Länder.
Charakteristisch für das Mittelgebirge ist der steile Abfall nach Westen zum Main hin, während der Übergang nach Norden und Osten zum Umland fließender verläuft. Hier ziehen sich auch zahlreiche Bäche durch das Gestein.
Aus geologischer Sicht gehören die Haßberge hauptsächlich zum fränkischen Keuperbergland aus dem germanischen Trias. Das heutige Relief wurde durch teilweise Erosion der harten Sedimentschichten über dem Grundgebirge geformt. Dabei entstand auch der steile Abfall des Gebirgszuges nach Westen (Schweinfurter Gau).
In der Heldburger Gangschar blieben vulkanische Basalte aus dem Tertiär zurück - auch der Bramberg zwischen Königsberg und Ebern ist ein Relikt dieser vulkanischen Aktivitäten. Auf dem Zeilberg wird Basalt auch heute noch abgebaut, während kleinere Basalt- und Sandsteinbrüche stillgelegt wurden. Der bekannte Burgreppacher Sandstein aus der Region wurde unter anderem beim Bau des Reichtagsgebäudes in Berlin verwendet.
Die höchste Erhebung der Haßberge ist mit 512,2 Metern die Nassacher Höhe, gefolgt vom 505 Meter hohen Laubhügel.
Nördlich von Ebern hat sich eine landschaftliche Besonderheit ergeben: Talwärts gerutschte Rhätsandsteinblöcke bildeten mehrere Felsenmeere, die im Hochmittelalter teilweise zur Anlage von Felsburgen (z.B. Burg Lichtenstein) genutzt wurden. Doch gefährdet der instablie Untergrund heute noch einige Gemeinden - erst in den 90-er Jahren stürzte hier ein Teil der Burgruine Altenstein ein.
Typisch für die Haßberge sind die vielen Gruppierungen der bewaldeten Bergrücken, die man von einigen Aussichtsplätzen und -türmen aus hervorragend überblicken kann. Besonders bieten sich dazu der Aussichtsturm auf der Schwedenschanze bei Hofheim oder die Burg Altenstein an (Maroldweisach). An der ehemaligen Grenze zur DDR steht der Bayernturm, von dem aus man bereits vor der Wende in einige Gebiete Südthüringens blicken konnte.
Neben den Laubbäumen ziehen sich vielerorts auch Streuobstgürtel und Obstwiesen durch die Landschaft, am Haßbergtrauf am Maintal wird darüber hinaus Weinbau betrieben. Die Haßberge bilden somit auch die Grenze zwischen dem so genannten "Weinfranken" und "Bierfranken", das sich nach Oberfranken fortsetzt.
Im Westen der Region wachsen noch einige seltene Pflanzenarten wie das Große Adonisröschen, der Purpurklee und die Osterluzei, während sonst die Wälder die Vegetation dominieren. In einigen schmalen Tälern der Hochfläche sind Wollgräser, Feuchtwiesenknabenkräuter und mehrere Orchideenarten zu finden.
Historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten der Haßberge
Die Region verfügt über auffallend viele historische Burg- und Schlossanlagen, da sich hier ab dem 12. Jahrhundert zahlreiche Kleinstaaten bildeten, die durch die alten hier verlaufenden Handelswege großen Reichtum erlangen konnten. Mehr als 40 Ruinen blieben erhalten, einige von ihnen werden sogar heute noch bewohnt.
So gilt etwa Schloss Bettenburg in der Nähe von Hofheim als Wahrzeichen der Haßberge und erlangte durch die Bettenburger Tafelrunde einige Berühmtheit. Das Schloss Ditterswind stammt aus dem 18. Jahrhundert, wurde jedoch im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet. Es wird heute als Pflegeheim genutzt.
Eine der größten Burgruinen Frankens ist die Burg Altenstein, die über dem Weisachtal emporragt. Teile der Burg stammen schon aus dem 13. Jahrhundert. Der Baubestand steht heute unter Denkmalschutz und ist wieder öffentlich zugänglich.
Auf dem knapp 500 Meter hohen Basaltkegel des Brambergs steht die Burgruine Bramberg. Ganz in der Nähe befindet sich übrigens auch ein Wanderparkplatz, sodass sich ein Besuch vor oder nach einer ausgiebigen Wanderung anbietet.
Der bereits erwähnte Aussichtsturm auf der Schwedenschanze ist am Wochenende und an Feiertagen in der Sommersaison geöffnet.
Wanderwege in Haßberge
Bekannte Wanderwege der Region: Der Weinwanderweg, Burgen- und Schlösser-Wanderweg oder der Kelten-Erlebnisweg.